Autor: · Veröffentlicht: 14.10.2026

„Lust auf Abstinenz“ von Meinolf Bachmann und Andrada El-Akhras – Wie ein Leben ohne Sucht wieder Freude machen kann

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„Lust auf Abstinenz“ von Meinolf Bachmann und Andrada El-Akhras – Wie ein Leben ohne Sucht wieder Freude machen kann

Buchrezension: Ein praxisorientiertes Therapiemanual über Alkoholabhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit, Drogenabhängigkeit und die psychologischen Grundlagen einer dauerhaften Abstinenz

Abstinenz wird von Menschen mit einer Suchterkrankung häufig zunächst als Verlust empfunden. Der Verzicht auf Alkohol, Medikamente oder Drogen bedeutet für viele Betroffene nicht nur, eine Substanz aufzugeben. Oft verschwindet damit zugleich eine vertraute Möglichkeit, unangenehme Gefühle zu unterdrücken, Stress zu bewältigen oder für kurze Zeit Erleichterung zu erleben.

Doch was geschieht, wenn der Konsum endet und die bisherigen Schwierigkeiten bestehen bleiben? Wie lässt sich ein Alltag gestalten, in dem das Suchtmittel nicht mehr benötigt wird? Und wie kann aus dem anfänglichen Verzicht eine positive Entscheidung für ein selbstbestimmtes Leben entstehen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Fachbuch „Lust auf Abstinenz – Ein Therapiemanual bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit“ von Meinolf Bachmann und Andrada El-Akhras.

Die zweite, überarbeitete Auflage erschien 2014 im Springer Verlag und umfasst 260 Textseiten. Das Werk verbindet psychotherapeutische Grundlagen mit strukturierten Übungen, Arbeitsmaterialien und praktischen Anleitungen für die Behandlung substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen.

Sein zentraler Gedanke ist ebenso einfach wie bedeutsam: Langfristige Abstinenz soll nicht ausschließlich durch das Vermeiden von Suchtmitteln aufrechterhalten werden. Menschen müssen vielmehr die Möglichkeit erhalten, neue Interessen, befriedigende Beziehungen und positive Erfahrungen zu entwickeln.

Abstinenz bedeutet mehr als den Verzicht auf Alkohol und Drogen

Wer eine Suchterkrankung überwinden möchte, steht vor einer grundlegenden Herausforderung. Das problematische Konsumverhalten muss beendet oder entsprechend dem individuellen Behandlungsziel verändert werden. Gleichzeitig benötigt der Alltag eine neue Struktur.

Alkohol, Medikamente und Drogen können über längere Zeit unterschiedliche Funktionen übernehmen. Sie werden möglicherweise eingesetzt, um Einsamkeit zu ertragen, Ängste zu reduzieren, innere Spannungen abzubauen oder belastende Erinnerungen zeitweise zu verdrängen.

Wenn diese gewohnten Bewältigungsstrategien wegfallen, können emotionale Schwierigkeiten besonders deutlich hervortreten.

Bachmann und El-Akhras betrachten deshalb die Entwicklung von Alternativen zum Suchtverhalten als wesentlichen Bestandteil der Behandlung.

Das Buch verdeutlicht, warum die bloße Entscheidung, künftig keine Suchtmittel mehr zu konsumieren, für eine stabile Genesung häufig nicht ausreicht.

Entscheidend ist auch, welche neuen Möglichkeiten entstehen, um das Leben ohne die bisherige Abhängigkeit als lohnenswert zu erleben.

Sucht als Affektregulation: Warum Menschen unangenehme Gefühle betäuben

Ein besonders interessanter Schwerpunkt der zweiten Auflage ist die Auseinandersetzung mit dem Thema „Sucht als Affektregulation“.

Der Begriff beschreibt einen psychologischen Zusammenhang, bei dem Suchtmittel oder süchtige Verhaltensweisen zur Beeinflussung emotionaler Zustände eingesetzt werden.

Menschen konsumieren beispielsweise Alkohol, weil sie sich dadurch kurzfristig entspannter fühlen. Andere greifen zu beruhigenden Medikamenten, um Ängste zu unterdrücken, oder verwenden Drogen, um bestimmte Gefühle intensiver zu erleben beziehungsweise unangenehme Empfindungen zu vermeiden.

Eine solche kurzfristige Wirkung kann dazu beitragen, dass sich problematisches Konsumverhalten verfestigt.

Das Suchtmittel übernimmt zunehmend eine Funktion, die normalerweise durch verschiedene gesunde Bewältigungsstrategien erfüllt werden sollte.

Für die Therapie folgt daraus eine wichtige Aufgabe: Betroffene müssen lernen, Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und angemessen mit ihnen umzugehen.

Die Autoren greifen diesen Zusammenhang auf und verbinden ihn mit konkreten therapeutischen Übungen.

Damit geht das Buch über eine ausschließlich konsumorientierte Betrachtung hinaus. Es richtet den Blick auf die psychologischen Bedürfnisse und emotionalen Schwierigkeiten, die mit einer Abhängigkeit verbunden sein können.

Gefühle erkennen und ausdrücken – die Arbeit mit der „Gefühlskiste“

Ein eigenes Kapitel trägt den Titel „Gefühle zeigen – Gefühlskiste“.

Dieser Schwerpunkt macht deutlich, dass die Wahrnehmung und der Ausdruck von Emotionen einen wichtigen Platz innerhalb des vorgestellten Behandlungskonzepts einnehmen.

Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen können Schwierigkeiten haben, eigene Gefühle einzuordnen oder offen auszusprechen.

Manche erleben Wut, Trauer, Angst oder Scham als besonders belastend. Andere haben über lange Zeit gelernt, unangenehme Emotionen mithilfe von Substanzen zu beeinflussen.

Die therapeutische Arbeit an solchen Mustern soll dazu beitragen, alternative Möglichkeiten der Emotionsregulation zu entwickeln.

Hier zeigt sich eine wesentliche Stärke des Buchkonzepts: Abstinenz wird nicht lediglich als Ergebnis von Selbstkontrolle verstanden, sondern als Teil eines umfassenderen psychologischen Veränderungsprozesses.

Die Arbeit mit Emotionen kann Betroffenen helfen, sich selbst besser zu verstehen und schwierige Alltagssituationen ohne Rückgriff auf das bisherige Suchtmittel zu bewältigen.

Beziehungen und soziale Kompetenzen: Wenn Sucht das Zusammenleben verändert

Suchterkrankungen beeinträchtigen häufig zwischenmenschliche Beziehungen.

Partnerschaften können durch Vertrauensverluste, wiederholte Konflikte und unerfüllte Erwartungen belastet werden. Innerhalb von Familien entstehen möglicherweise Spannungen, während Freundschaften und soziale Kontakte zunehmend vernachlässigt werden.

Gleichzeitig können problematische Beziehungsmuster selbst zu erheblichen emotionalen Belastungen beitragen.

Bachmann und El-Akhras widmen deshalb dem Thema „Beziehungen und soziale Kompetenzen“ einen umfangreichen Abschnitt.

Hier wird deutlich, dass eine erfolgreiche Suchtbehandlung nicht allein auf den Umgang mit Konsumverlangen ausgerichtet sein sollte.

Ebenso wichtig sind Fähigkeiten zur Kommunikation, zur konstruktiven Konfliktlösung und zur Gestaltung tragfähiger sozialer Beziehungen.

In der zweiten Auflage wurden insbesondere die Materialien zur Konfliktfähigkeit erweitert.

Dieser Schwerpunkt ist praktisch relevant, weil zwischenmenschliche Auseinandersetzungen für manche Betroffene ein erhebliches Rückfallrisiko darstellen können.

Wer gelernt hat, Konflikte anders zu lösen und eigene Bedürfnisse angemessen auszudrücken, verfügt über zusätzliche Möglichkeiten, belastende Situationen ohne Suchtmittel zu bewältigen.

Stressbewältigung: Ein wichtiger Baustein der Rückfallprävention

Stress gehört zu den häufigen Belastungsfaktoren im Alltag von Menschen mit Suchterkrankungen.

Berufliche Probleme, finanzielle Sorgen, familiäre Konflikte oder emotionale Krisen können den Wunsch verstärken, erneut zum Suchtmittel zu greifen.

Besonders problematisch wird dies, wenn Alkohol oder andere Substanzen zuvor regelmäßig als Mittel zur Entspannung eingesetzt wurden.

Das Buch behandelt deshalb auch die Erweiterung individueller Stressbewältigungsstrategien.

Betroffene sollen lernen, belastende Situationen frühzeitig zu erkennen und andere Möglichkeiten der Regulation einzusetzen.

Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit persönlichen Gewohnheiten, Erwartungen und Reaktionsmustern.

Für die langfristige Genesung ist dieser Ansatz wesentlich. Denn Rückfallprävention beginnt nicht erst dann, wenn bereits ein ausgeprägtes Konsumverlangen auftritt.

Sie umfasst vielmehr die kontinuierliche Entwicklung eines Alltags, in dem Belastungen rechtzeitig wahrgenommen und angemessen bewältigt werden können.

Rückfallverhütung: Was geschieht nach der Entwöhnungsbehandlung?

Ein besonders ausführlicher Abschnitt des Therapiemanuals widmet sich der Rückfallverhütung.

Die Zeit nach Abschluss einer stationären oder ambulanten Behandlung kann für Betroffene mit besonderen Herausforderungen verbunden sein.

Während einer Therapie bestehen häufig feste Tagesstrukturen und regelmäßige professionelle Kontakte. Nach dem Behandlungsende müssen neu erlernte Verhaltensweisen jedoch zunehmend eigenständig im Alltag umgesetzt werden.

Dabei können frühere Konsumsituationen, belastende Beziehungen oder unerwartete Krisen erneut Bedeutung gewinnen.

Die Autoren berücksichtigen deshalb nicht nur die therapeutische Arbeit während der Behandlung, sondern auch den Übergang in die Zeit danach.

Hierzu gehören die Vorbereitung auf mögliche Risikosituationen, die Entwicklung alternativer Handlungsmöglichkeiten und die Planung weiterführender Unterstützung.

Ein Rückfall ist weder bedeutungslos noch automatisch das endgültige Scheitern einer Behandlung. Entscheidend ist, frühzeitig angemessene Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Ursachen eines erneuten Konsums therapeutisch aufzuarbeiten.

Der praxisorientierte Aufbau des Buches bietet für diese Aufgaben einen nachvollziehbaren Rahmen.

Neue Gewohnheiten entwickeln: Wie das Belohnungssystem verändert werden kann

Einer der interessantesten Gedanken des Buches betrifft die Entwicklung positiver Alternativen zum Suchtverhalten.

Menschen mit langjährigen Abhängigkeitserkrankungen berichten nicht selten, dass ihnen nach dem Verzicht auf Alkohol oder Drogen zunächst Freude, Motivation oder Interesse an alltäglichen Aktivitäten fehlen.

Das kann unterschiedliche Ursachen haben, darunter neurobiologische Anpassungsprozesse, depressive Beschwerden, soziale Isolation und der Verlust früherer Interessen.

Bachmann und El-Akhras widmen dem Aufbau neuer Aktivitäten ein eigenes Kapitel: „Alternativen zum Suchtverhalten: Struktur und Aktivitätsplan“.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Alltag gestaltet werden kann, der wieder positive Erfahrungen ermöglicht.

Regelmäßige Aktivitäten, soziale Kontakte, persönliche Ziele und befriedigende Beschäftigungen können dazu beitragen, neue Routinen zu entwickeln.

Der therapeutische Gedanke dahinter ist wichtig: Wenn Abstinenz dauerhaft ausschließlich als Verzicht erlebt wird, kann die Motivation langfristig unter Druck geraten.

Entstehen hingegen neue Quellen von Lebensfreude und Selbstwirksamkeit, erhält die Entscheidung für ein suchtmittelfreies Leben eine positive Grundlage.

Gute Vorsätze umsetzen und Aufschiebeverhalten überwinden

Viele Menschen kennen das Problem, sich Veränderungen fest vorzunehmen und diese dennoch immer wieder aufzuschieben.

Bei Suchterkrankungen kann diese Schwierigkeit besonders folgenreich sein.

Betroffene möchten beispielsweise Beratungsangebote wahrnehmen, ihre Freizeit neu gestalten oder belastende Beziehungen klären. Die tatsächliche Umsetzung bleibt jedoch aus.

Die zweite Auflage des Therapiemanuals berücksichtigt deshalb auch das Thema Aufschiebeverhalten, das in der Psychologie als Prokrastination bezeichnet wird.

Hier geht es um die Frage, wie persönliche Veränderungsabsichten in konkrete Handlungen überführt werden können.

Denn zwischen der Einsicht in ein Problem und der tatsächlichen Veränderung des Verhaltens liegt häufig ein langer Prozess.

Therapeutisch sinnvoll ist deshalb eine schrittweise Vorgehensweise, die realistische Ziele, konkrete Handlungsschritte und die Überprüfung des eigenen Fortschritts miteinander verbindet.

Dieser Schwerpunkt macht das Buch auch über die unmittelbare Suchtbehandlung hinaus interessant.

Warum finanzielle Probleme in der Suchttherapie nicht übersehen werden dürfen

Ein ungewöhnlicher, aber ausgesprochen praxisnaher Bestandteil des Buches ist das Kapitel „Geld zum Thema machen“.

Finanzielle Schwierigkeiten können sowohl eine Folge als auch ein zusätzlicher Belastungsfaktor von Suchterkrankungen sein.

Hohe Ausgaben für Suchtmittel, Arbeitsplatzverlust, Schulden oder Schwierigkeiten bei der Haushaltsführung können den Genesungsprozess erheblich erschweren.

Gleichzeitig können finanzielle Belastungen Stress auslösen und damit bestehende Rückfallrisiken verstärken.

Die Aufnahme dieses Themas unterstreicht den alltagsorientierten Charakter des Therapiemanuals.

Die Autoren beschränken sich nicht auf psychologische Erklärungen, sondern berücksichtigen auch praktische Lebensbereiche, die für eine langfristige Stabilisierung von Bedeutung sind.

Ein strukturiertes Arbeitsbuch für Therapie und Selbstreflexion

Das Besondere an „Lust auf Abstinenz“ ist sein Aufbau als Therapiemanual.

Es handelt sich nicht um einen klassischen populärwissenschaftlichen Ratgeber, der allgemeine Empfehlungen für ein suchtfreies Leben zusammenstellt.

Vielmehr bietet das Buch ein strukturiertes Behandlungskonzept mit Arbeitsmaterialien, die sowohl von Therapeutinnen und Therapeuten als auch von Patientinnen und Patienten genutzt werden können.

Die einzelnen Themenbereiche lassen sich in den therapeutischen Prozess integrieren. Sie reichen vom Behandlungsbeginn über emotionale und soziale Schwierigkeiten bis zur Rückfallverhütung und Nachsorge.

Durch diese Struktur eignet sich das Werk insbesondere für die ambulante und stationäre Suchthilfe sowie für Einzel- und Gruppentherapien.

Der modulare Aufbau ermöglicht eine Orientierung an unterschiedlichen therapeutischen Fragestellungen. Die konkrete Anwendung muss jedoch an die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse der behandelten Personen angepasst werden.

Für wen eignet sich das Buch?

Das Therapiemanual richtet sich insbesondere an psychologische und ärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Fachkräfte der Suchtberatung sowie Mitarbeitende stationärer und ambulanter Suchthilfeeinrichtungen.

Auch Studierende der Psychologie und Psychotherapie können einen praxisbezogenen Einblick in die strukturierte Behandlung substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen erhalten.

Für Betroffene kann das Buch ebenfalls hilfreich sein, insbesondere im Rahmen einer therapeutisch begleiteten Auseinandersetzung mit dem eigenen Suchtverhalten.

Die enthaltenen Aufgaben und Arbeitsmaterialien bieten Möglichkeiten zur Selbstreflexion. Sie ersetzen jedoch keine individuell erforderliche medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Besonders wichtig ist dies bei Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit, da ein abruptes Absetzen nach längerfristigem starkem Konsum gefährliche Entzugssymptome auslösen kann.

Kritische Einordnung: Was macht „Lust auf Abstinenz“ besonders?

Die wesentliche Stärke des Buches liegt in seiner konsequenten Praxisorientierung.

Während viele Veröffentlichungen vor allem Ursachen, Diagnosen und theoretische Erklärungsmodelle behandeln, konzentrieren sich Bachmann und El-Akhras auf die konkrete Gestaltung des therapeutischen Veränderungsprozesses.

Besonders hervorzuheben ist der Ansatz, Abstinenz nicht ausschließlich als Vermeidung des Suchtmittels zu vermitteln.

Stattdessen wird die Entwicklung eines erfüllenden Alltags als wichtiger Bestandteil langfristiger Stabilität betrachtet.

Auch die umfassende Berücksichtigung von Emotionen, zwischenmenschlichen Beziehungen, Konfliktfähigkeit, finanziellen Belastungen und Rückfallprävention spricht für die alltagsnahe Ausrichtung des Werkes.

Eine Einschränkung ergibt sich allerdings aus dem Erscheinungsjahr der zweiten Auflage. Seit 2014 haben sich Forschungsstand, diagnostische Klassifikationen und einzelne Behandlungsempfehlungen weiterentwickelt.

Für den professionellen Einsatz sollten deshalb aktuelle deutschsprachige S3-Leitlinien und neuere wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzend herangezogen werden.

Zudem ist ein strukturiertes Therapiemanual nicht für jede Person und jede klinische Situation gleichermaßen geeignet. Komplexe psychiatrische Begleiterkrankungen oder besondere medizinische Risiken können zusätzliche spezialisierte Behandlungsmaßnahmen erforderlich machen.

Diese Grenzen mindern jedoch nicht den grundsätzlichen Nutzen des Buchkonzepts als praxisorientiertes Arbeitsmaterial.

Fazit: Abstinenz als Chance auf ein erfüllteres Leben

Mit „Lust auf Abstinenz“ stellen Meinolf Bachmann und Andrada El-Akhras einen therapeutischen Ansatz vor, der eine zentrale Frage der Suchtbehandlung aufgreift: Wie können Menschen lernen, ohne Alkohol, Medikamente oder Drogen nicht nur zurechtzukommen, sondern wieder Lebensfreude zu entwickeln?

Das Buch macht deutlich, dass nachhaltige Genesung mehr verlangt als die Entscheidung gegen ein Suchtmittel.

Sie umfasst den Umgang mit Emotionen, die Bewältigung von Stress, die Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen und den Aufbau neuer Aktivitäten und Lebensperspektiven.

Besonders überzeugend ist der Perspektivwechsel vom bloßen Verzicht hin zur Entwicklung positiver Alternativen.

Die Autoren betrachten Abstinenz damit nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für eine neue persönliche Lebensgestaltung.

Unsere redaktionelle Einschätzung: Ein empfehlenswertes, praxisnahes Therapiemanual für Fachkräfte der Suchthilfe und psychotherapeutischen Behandlung. Besonders wertvoll erscheinen der strukturierte Aufbau, die zahlreichen Arbeitsmaterialien und die konsequente Orientierung an der Entwicklung eines langfristig erfüllenden Lebens ohne Suchtmittel.


Bibliografische Angaben

Buchtitel: Lust auf Abstinenz

Untertitel: Ein Therapiemanual bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit

Autoren: Meinolf Bachmann, Andrada El-Akhras

Verlag: Springer, Berlin/Heidelberg

Erscheinungsjahr: 2014

Auflage: 2. Auflage

Erscheinungsdatum der Softcover-Ausgabe: 14. November 2014

Umfang: IX, 260 Seiten

ISBN Softcover: 978-3-642-54574-0

ISBN eBook: 978-3-642-54575-7

DOI: 10.1007/978-3-642-54575-7

Fachgebiete: Suchttherapie, Psychotherapie, Alkoholabhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit, Drogenabhängigkeit, Rückfallprävention

Verlagsinformationen und Inhaltsverzeichnis:

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-642-54575-7

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