Sucht kennt keine Landesgrenzen. Hilfe, Wissen und Hoffnung sollten es ebenfalls nicht tun. Mit dem Start von Abstinenzplus.de im Oktober 2026 wird eine Initiative zur Suchtaufklärung, die ihren Ursprung in Polen hat, erstmals gezielt für deutschsprachige Leserinnen und Leser weiterentwickelt. Hinter dem Projekt steht Mariusz Krzyształowski, Gründer der polnischen Plattformen Abstinenzplus und Trzeźwość+.
Das Ziel ist klar: Menschen, die von Alkoholabhängigkeit, Drogensucht oder Medikamentenabhängigkeit betroffen sind, sollen Zugang zu verständlichen Informationen erhalten. Auch Angehörige, Menschen in der Abstinenz und Personen, die sich erstmals mit einer möglichen Suchterkrankung auseinandersetzen, gehören zur Zielgruppe.
Mariusz Krzyształowski – wenn persönliche Erfahrungen zu einer Initiative werden
Die Geschichte der Projekte beginnt nicht mit einer Geschäftsidee, sondern mit persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Sucht.
Mariusz Krzyształowski beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Abhängigkeitserkrankungen, Therapie und dem Weg in ein suchtfreies Leben. Seine eigenen Erfahrungen mit Alkohol, Drogen, therapeutischen Behandlungen und Rückfällen haben seinen Blick auf die Schwierigkeiten verändert, mit denen Betroffene konfrontiert werden.
Im Laufe der Zeit entstand der Wunsch, dieses Wissen mit seinen technischen Fähigkeiten zu verbinden und digitale Angebote zu entwickeln, die anderen Menschen die Suche nach Informationen und Unterstützung erleichtern.
Dabei steht eine grundlegende Überzeugung im Mittelpunkt: Niemand sollte auf dem Weg aus der Abhängigkeit allein gelassen werden.
Krzyształowski versteht sich nicht als Arzt oder Psychotherapeut. Seine Arbeit verbindet persönliche Erfahrungen mit Sucht, Wissen aus therapeutischen Prozessen und öffentlich zugänglichen Fachinformationen. Die Projekte sollen professionelle Behandlung nicht ersetzen, sondern Informationen vermitteln und den Zugang zu geeigneter Unterstützung erleichtern.
Abstinenzplus – Informationen und Selbsthilfeangebote in Polen finden
Mit GrupaWsparcia.com.pl entstand ein polnisches Informationsportal, das Menschen mit Suchterkrankungen und ihren Angehörigen Orientierung bietet.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Suche nach Selbsthilfegruppen und Hilfsangeboten. Das Portal verfügt über eine umfangreiche Datenbank mit Treffen der Anonymen Alkoholiker (AA) in zahlreichen polnischen Städten. Darüber hinaus informiert es über weitere Gruppen, Beratungsangebote und Einrichtungen der Suchthilfe.
Neben diesen praktischen Informationen veröffentlicht Abstinenzplus Artikel über Alkoholabhängigkeit, Drogenkonsum, Suchtmechanismen, Rückfälle, psychische Belastungen und Wege der Genesung.
Auch persönliche Erfahrungsberichte gehören zum Angebot. Sie zeigen, dass hinter einer Suchterkrankung immer individuelle Lebensgeschichten stehen und dass Veränderungen trotz schwieriger Erfahrungen möglich sind.
Die Plattform richtet sich in erster Linie an Menschen in Polen und ist in polnischer Sprache verfügbar.
Trzeźwość+ – eine digitale Gemeinschaft für Menschen auf dem Weg aus der Sucht
Ein weiterer Schritt war die Entwicklung von Trzeźwość+, einer polnischen Onlineplattform für Menschen mit Suchterfahrungen, ihre Angehörigen und Fachkräfte.
Die erste Version wurde am 30. Juni 2026 veröffentlicht.
Während Abstinenzplus vor allem Informationen und Hilfsangebote zugänglich macht, konzentriert sich Trzeźwość+ stärker auf Gemeinschaft, Austausch und gegenseitige Unterstützung.
Die Plattform bietet unter anderem Benutzerprofile, thematische Gruppen, Diskussionsmöglichkeiten und Informationen über Fachkräfte aus der Suchthilfe.
Ein wichtiges Ziel besteht darin, Menschen unabhängig von ihrem Wohnort miteinander zu verbinden. Digitale Kontakte können eine wertvolle Ergänzung zu Selbsthilfegruppen, persönlichen Gesprächen und professionellen Therapieangeboten sein.
Trzeźwość+ befindet sich in kontinuierlicher Weiterentwicklung. Neue Funktionen sollen den Austausch erleichtern und Betroffenen zusätzliche Möglichkeiten bieten, ihren Alltag und ihre Abstinenz zu gestalten.
Abstinenzplus.de – Suchtaufklärung jetzt auch auf Deutsch
Mit Abstinenzplus.de wird die bisherige Arbeit um ein deutschsprachiges Informationsangebot erweitert.
Das neue Portal widmet sich Themen wie Alkoholabhängigkeit, Drogensucht, Medikamentenabhängigkeit, Suchttherapie, Entzug, Rückfallprävention und einem Leben in Abstinenz.
Dabei geht es ausdrücklich nicht nur darum, polnische Artikel ins Deutsche zu übersetzen. Die Inhalte sollen sprachlich und fachlich so aufbereitet werden, dass sie für Menschen in Deutschland verständlich und relevant sind.
Denn Suchthilfesysteme, therapeutische Begriffe und Versorgungsangebote unterscheiden sich von Land zu Land. Informationen für deutsche Leserinnen und Leser müssen deshalb auch die Besonderheiten des deutschen Gesundheits- und Suchthilfesystems berücksichtigen.
Abstinenzplus soll ein Ort werden, an dem komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt werden, ohne die Schwierigkeiten einer Suchterkrankung zu verharmlosen.
Im Mittelpunkt stehen Aufklärung, Prävention und die Vermittlung von Wissen. Medizinische Diagnosen oder individuelle Therapieentscheidungen kann ein Informationsportal selbstverständlich nicht ersetzen.
Drei Projekte, eine gemeinsame Mission
Abstinenzplus, Trzeźwość+ und Abstinenzplus verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte, sind aber durch eine gemeinsame Idee miteinander verbunden: Menschen sollen leichter Zugang zu Informationen, gegenseitiger Unterstützung und geeigneten Hilfsangeboten erhalten.
Abstinenzplus hilft vor allem dabei, Wissen und Selbsthilfeangebote in Polen zu finden.
Trzeźwość+ schafft zusätzliche Möglichkeiten für den digitalen Austausch zwischen Menschen mit Suchterfahrungen und Fachkräften.
Abstinenzplus erweitert die Informationsarbeit auf den deutschsprachigen Raum und macht Erfahrungen aus der bisherigen Projektentwicklung einem größeren Publikum zugänglich.
Die drei Angebote sind eigenständige Projekte und verstehen sich nicht als Ersatz für ärztliche, psychotherapeutische oder andere professionelle Unterstützung.
Warum Suchtaufklärung keine Grenzen kennen sollte
Alkoholabhängigkeit, Medikamentenmissbrauch und illegale Drogen betreffen Menschen unabhängig von Herkunft, Sprache oder gesellschaftlicher Stellung.
Doch viele Betroffene zögern, Hilfe zu suchen. Scham, Angst vor Stigmatisierung, fehlendes Wissen oder Unsicherheit über bestehende Hilfsangebote können dazu führen, dass notwendige Unterstützung erst spät in Anspruch genommen wird.
Gut verständliche Informationen können helfen, solche Hürden zu verringern. Sie ermöglichen es Betroffenen und Angehörigen, Suchterkrankungen besser zu verstehen und mögliche nächste Schritte zu erkennen.
Deshalb soll Abstinenzplus langfristig mehr sein als eine Sammlung von Artikeln. Das Portal ist Teil einer Initiative, die Wissen zugänglich machen, Vorurteile abbauen und Menschen ermutigen möchte, Unterstützung anzunehmen.
Hinter allen drei Projekten steht eine einfache Botschaft: Eine Suchterkrankung muss nicht das letzte Kapitel einer Lebensgeschichte sein. Veränderung ist möglich, und es ist nie zu spät, sich auf den Weg zu machen.
Über den Initiator
Mariusz Krzyształowski ist Gründer der polnischen Projekte Abstinenzplus und Trzeźwość+ sowie Initiator des deutschsprachigen Informationsportals Abstinenzplus. Seine Arbeit basiert auf persönlichen Erfahrungen mit Suchterkrankungen, der Auseinandersetzung mit therapeutischen Themen und der Entwicklung digitaler Informations- und Unterstützungsangebote.
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