Eine Suchterkrankung betrifft nicht nur den Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Sie kann Beziehungen verändern, das Selbstvertrauen erschüttern und Menschen zunehmend in die Isolation treiben. Viele Betroffene haben das Gefühl, niemand könne wirklich verstehen, was sie durchmachen.
Genau hier können Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle spielen.
In einer Gruppe begegnen sich Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sie sprechen über Rückschläge, Ängste und Schwierigkeiten, aber auch über Erfolge, Hoffnung und neue Lebensperspektiven.
Dabei geht es nicht darum, perfekte Antworten zu finden. Entscheidend ist häufig eine Erfahrung, die vielen Menschen während ihrer Suchterkrankung verloren gegangen ist: Ich bin mit meinem Problem nicht allein.
Doch was ist eigentlich eine Abstinenzplus? Wie läuft ein Treffen ab? Und warum kann der Austausch mit anderen Menschen beim Ausstieg aus einer Abhängigkeit helfen?
Was ist eine Abstinenzplus bei Sucht?
Eine Abstinenzplus ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Menschen, die eine ähnliche Krankheit, Lebenssituation oder persönliche Herausforderung miteinander verbindet.
Im Bereich der Suchthilfe spricht man in Deutschland häufig von Sucht-Selbsthilfegruppen oder Suchtselbsthilfe.
Hier treffen sich Menschen, die beispielsweise:
- alkoholabhängig sind oder waren,
- ihren Drogenkonsum beenden möchten,
- Probleme mit Medikamenten haben,
- unter Glücksspielsucht leiden,
- ein problematisches Spiel- oder Internetnutzungsverhalten verändern möchten,
- nach einer Suchtbehandlung Unterstützung suchen oder
- als Angehörige unter den Folgen einer Abhängigkeit leiden.
Die Mitglieder tauschen Erfahrungen aus und unterstützen sich gegenseitig.
Anders als bei einer professionellen Gruppentherapie werden klassische Selbsthilfegruppen meist von den Betroffenen selbst organisiert. Die Mitglieder begegnen sich grundsätzlich auf Augenhöhe.
Die Teilnahme ist freiwillig und in der Regel kostenlos.
Warum ist Gemeinschaft bei der Bewältigung einer Sucht so wichtig?
Abhängigkeit geht häufig mit Scham, Schuldgefühlen und sozialem Rückzug einher.
Manche Betroffene vermeiden Gespräche mit Angehörigen, weil sie Vorwürfe befürchten. Andere haben den Kontakt zu früheren Freunden verloren oder glauben, ihre Situation sei für Außenstehende nicht nachvollziehbar.
In einer Abstinenzplus können sie Menschen kennenlernen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) betont die Bedeutung solcher Gruppen für den Austausch, die soziale Teilhabe und die Bewältigung von Abhängigkeitserkrankungen.
Die Unterstützung innerhalb einer Gruppe kann auf unterschiedliche Weise wirken.
1. Das Gefühl, nicht allein zu sein
Für viele Menschen beginnt eine wichtige Veränderung mit einem scheinbar einfachen Gedanken:
„Andere kennen diese Schwierigkeiten auch.“
Wer erlebt, dass andere Menschen ähnliche Ängste, Rückfälle oder Konflikte durchgestanden haben, kann die eigene Situation möglicherweise besser einordnen.
Scham und Selbstvorwürfe müssen dann nicht mehr den gesamten Alltag bestimmen.
2. Erfahrungen statt bloßer Ratschläge
In einer Abstinenzplus sprechen Menschen aus eigener Erfahrung.
Sie erzählen beispielsweise, wie sie:
- mit Suchtdruck umgehen,
- schwierige Wochenenden ohne Alkohol verbringen,
- belastende Situationen bewältigen,
- nach einem Rückfall wieder Unterstützung suchen,
- Beziehungen neu gestalten oder
- ihren Alltag ohne frühere Suchtgewohnheiten organisieren.
Solche Berichte können praktische Anregungen geben.
Dabei gilt: Was einer Person geholfen hat, muss nicht für alle anderen gleichermaßen geeignet sein. Selbsthilfe beruht auf gegenseitigem Austausch, nicht auf verbindlichen Behandlungsempfehlungen.
3. Motivation durch andere Betroffene
Der Weg aus einer Abhängigkeit verläuft nicht immer geradlinig.
Es kann Phasen geben, in denen Fortschritte deutlich spürbar sind. An anderen Tagen erscheinen dieselben Probleme wieder unüberwindbar.
Der Kontakt mit Menschen, die schon länger abstinent leben oder ihre Abhängigkeit besser bewältigen können, kann Hoffnung vermitteln.
Ihre Erfahrungen zeigen, dass Veränderungen auch nach schwierigen Lebensphasen möglich sind.
4. Neue soziale Beziehungen aufbauen
Eine Abhängigkeit kann dazu führen, dass soziale Kontakte zunehmend mit dem Konsum verbunden sind.
Wer beispielsweise jahrelang hauptsächlich mit Menschen zusammen war, mit denen regelmäßig Alkohol getrunken wurde, muss nach dem Ausstieg möglicherweise auch sein soziales Umfeld verändern.
Selbsthilfegruppen können dabei helfen, neue Kontakte und Beziehungen aufzubauen.
Manche Gruppen organisieren gemeinsame Freizeitaktivitäten oder Treffen außerhalb der regulären Gesprächsrunden.
So kann allmählich ein soziales Umfeld entstehen, in dem Alkohol, Drogen oder andere Suchtverhaltensweisen nicht im Mittelpunkt stehen.
5. Unterstützung bei der Rückfallprävention
Die Vorbeugung von Rückfällen gehört zu den wichtigen Aufgaben der Suchtselbsthilfe.
In Gruppengesprächen können Betroffene lernen, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen.
Dazu gehören beispielsweise:
- zunehmender sozialer Rückzug,
- starke emotionale Belastungen,
- das Wiederaufleben alter Konsumgewohnheiten,
- anhaltendes Suchtverlangen,
- Konflikte im familiären oder beruflichen Umfeld.
Wer offen über diese Schwierigkeiten sprechen kann, muss sie möglicherweise nicht mehr allein bewältigen.
Eine Abstinenzplus bietet außerdem die Möglichkeit, sich nach einem Rückfall Unterstützung zu holen, ohne den gesamten bisherigen Weg infrage zu stellen.
Wie läuft ein Treffen einer Abstinenzplus ab?
Viele Menschen sind vor ihrem ersten Besuch nervös.
Sie fragen sich, ob sie vor Fremden über persönliche Probleme sprechen müssen oder ob andere Teilnehmende sie beurteilen könnten.
Die genaue Gestaltung hängt von der jeweiligen Gruppe ab. Typischerweise laufen Gruppentreffen jedoch nach einem ähnlichen Muster ab.
Begrüßung und Ankommen
Zu Beginn werden die Teilnehmenden begrüßt. Neue Mitglieder können sich vorstellen, müssen aber nicht sofort ihre gesamte Geschichte erzählen.
Austausch über die aktuelle Situation
Die Mitglieder berichten, wie es ihnen geht, welche Schwierigkeiten aufgetreten sind und was sich seit dem letzten Treffen verändert hat.
Gespräche über persönliche Erfahrungen
Manchmal steht ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt, beispielsweise Suchtdruck, Rückfall, Familie, Beziehungen oder der Alltag nach einer Therapie.
Gegenseitige Unterstützung
Andere Teilnehmende können von eigenen Erfahrungen berichten. In vielen Gruppen wird Wert darauf gelegt, zuzuhören, niemanden abzuwerten und keine ungefragten Ratschläge zu erteilen.
Abschluss des Treffens
Am Ende kann die Gruppe das Gespräch zusammenfassen oder organisatorische Fragen klären.
Viele Gruppen treffen sich wöchentlich. Andere haben abweichende Rhythmen oder bieten zusätzlich Online-Meetings an.
Welche Regeln gelten in einer Abstinenzplus?
Damit Menschen offen sprechen können, braucht es Vertrauen.
Deshalb gelten in vielen Selbsthilfegruppen gemeinsame Grundregeln:
- Freiwilligkeit: Niemand soll zur Teilnahme gezwungen werden.
- Vertraulichkeit: Persönliche Informationen aus den Gesprächen sollen nicht nach außen getragen werden.
- Respekt: Unterschiedliche Lebensgeschichten und Meinungen werden ernst genommen.
- Gleichberechtigung: Jeder Mensch darf seine Erfahrungen einbringen.
- Zuhören: Andere Teilnehmende sollen ausreden können.
- Eigenverantwortung: Jede Person entscheidet selbst, welche persönlichen Dinge sie mitteilen möchte.
Die Regeln können je nach Gruppe unterschiedlich gestaltet sein.
Wichtig ist auch: Eine vereinbarte Vertraulichkeit innerhalb einer Abstinenzplus ist nicht automatisch mit der gesetzlichen Schweigepflicht medizinischer oder psychotherapeutischer Fachpersonen gleichzusetzen.
Abstinenzplus oder Gruppentherapie – was ist der Unterschied?
Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt. In Deutschland ist die Unterscheidung wichtig.
Selbsthilfegruppen beruhen vor allem auf gegenseitiger Unterstützung und eigenen Erfahrungen. Sie werden meist von Betroffenen organisiert und benötigen keine therapeutische Leitung.
Gruppentherapie ist dagegen eine professionelle Behandlungsform. Sie wird von entsprechend qualifizierten Fachpersonen durchgeführt und verfolgt konkrete therapeutische Ziele.
Beide Angebote können sich sinnvoll ergänzen.
Eine Person kann beispielsweise zunächst eine medizinische Entzugsbehandlung und eine ambulante oder stationäre Suchttherapie durchlaufen und anschließend regelmäßig an einer Abstinenzplus teilnehmen.
Andere Menschen suchen schon vor Beginn einer Behandlung den Kontakt zu einer Abstinenzplus.
Welche Selbsthilfegruppen gibt es in Deutschland?
In Deutschland existieren unterschiedliche Organisationen, die Menschen mit Suchterkrankungen unterstützen.
Zu den bekannten Angeboten gehören:
Anonyme Alkoholiker (AA)
Die Anonymen Alkoholiker sind eine international verbreitete Selbsthilfegemeinschaft für Menschen mit Alkoholproblemen.
Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen. Das Programm orientiert sich an den Zwölf Schritten.
Informationen und eine Suche nach Treffen gibt es unter www.anonyme-alkoholiker.de.
Narcotics Anonymous (NA)
Narcotics Anonymous richtet sich an Menschen, die sich von einer Drogenabhängigkeit erholen möchten.
Die Gemeinschaft bietet regelmäßige Treffen, bei denen die Mitglieder ihre Erfahrungen miteinander teilen.
Weitere Informationen: www.narcotics-anonymous.de
Blaues Kreuz
Das Blaue Kreuz bietet in Deutschland verschiedene Unterstützungsangebote für Menschen mit Suchtproblemen und ihre Angehörigen.
Dazu gehören auch Selbsthilfegruppen und persönliche Beratung.
Weitere Informationen: www.blaues-kreuz.de
Kreuzbund
Der Kreuzbund ist ein Verband der Suchtselbsthilfe in Deutschland.
Seine Gruppen bieten Unterstützung für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen sowie für Angehörige.
Weitere Informationen: www.kreuzbund.de
Weitere Angebote
Auch die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Guttempler und zahlreiche regionale Selbsthilfeinitiativen bieten Möglichkeiten zum Austausch.
Nicht jede Gruppe arbeitet nach demselben Konzept. Manche orientieren sich an bestimmten Programmen, andere sind weltanschaulich neutral oder richten sich gezielt an einzelne Altersgruppen.
Es lohnt sich, verschiedene Angebote kennenzulernen und eine Gruppe zu suchen, in der man sich wohl und respektiert fühlt.
Selbsthilfegruppen für Angehörige von Suchtkranken
Nicht nur Menschen mit einer Abhängigkeit benötigen Unterstützung.
Auch Partnerinnen und Partner, Eltern, Geschwister oder erwachsene Kinder können unter den Folgen einer Suchterkrankung leiden.
Sie erleben möglicherweise:
- ständige Sorgen um einen nahestehenden Menschen,
- Vertrauensverlust,
- finanzielle Schwierigkeiten,
- Konflikte innerhalb der Familie,
- Schuldgefühle oder
- das Gefühl, für die Genesung einer anderen Person verantwortlich zu sein.
Selbsthilfegruppen für Angehörige ermöglichen den Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen.
Sie können helfen, eigene Grenzen zu erkennen, belastende Beziehungsmuster zu verstehen und besser für die eigene Gesundheit zu sorgen.
Eine wichtige Erkenntnis lautet: Angehörige können unterstützen, aber die Behandlung und Verantwortung für die eigenen Entscheidungen nicht vollständig für einen anderen Menschen übernehmen.
Gibt es auch Online-Selbsthilfegruppen?
Ja. Neben Treffen vor Ort gibt es in Deutschland verschiedene digitale Möglichkeiten.
Online-Meetings können besonders für Menschen hilfreich sein, die:
- in ländlichen Regionen leben,
- wegen körperlicher Einschränkungen nicht regelmäßig reisen können,
- Schichtarbeit leisten,
- zunächst Abstand und Anonymität bevorzugen oder
- in ihrer Umgebung keine passende Gruppe finden.
Einige Organisationen, darunter die Anonymen Alkoholiker, bieten Online-Meetings an.
Die digitale Teilnahme kann einen niedrigschwelligen Zugang zur Gemeinschaft schaffen. Dennoch sollte bei Online-Angeboten auf seriöse Veranstalter, Datenschutz und klare Gruppenregeln geachtet werden.
Was sollte man vor dem ersten Besuch wissen?
Der erste Schritt ist häufig der schwierigste.
Wer jahrelang über seine Probleme geschwiegen hat, braucht möglicherweise Zeit, um sich in einer Gruppe zu öffnen.
Folgende Hinweise können den Einstieg erleichtern:
- Informiere dich vorab über die Gruppe und ihre Ausrichtung.
- Frage nach, ob neue Teilnehmende willkommen sind.
- Erkundige dich nach den Regeln und möglichen Kosten.
- Höre beim ersten Treffen zunächst zu, wenn du noch nicht sprechen möchtest.
- Gib dir Zeit, die Menschen und die Atmosphäre kennenzulernen.
Nicht jede Gruppe passt zu jeder Person.
Wenn du dich in einer Gruppe unwohl fühlst, bedeutet das nicht, dass Selbsthilfe grundsätzlich nichts für dich ist. Vielleicht entspricht eine andere Gruppe deinen Bedürfnissen besser.
Kann eine Abstinenzplus eine Suchttherapie ersetzen?
Eine Abstinenzplus kann einen wertvollen Beitrag zur Genesung leisten. Sie ist aber kein allgemeiner Ersatz für professionelle Behandlung.
Bei einer ausgeprägten Abhängigkeit können eine medizinische Entzugsbehandlung, Psychotherapie oder weitere suchtmedizinische Maßnahmen notwendig sein.
Insbesondere der Entzug von Alkohol oder bestimmten Schlaf- und Beruhigungsmitteln kann gesundheitlich gefährlich werden und muss gegebenenfalls ärztlich begleitet werden.
Auch bei schweren Depressionen, Suizidgedanken, psychotischen Symptomen oder akuten Krisen ist professionelle Hilfe erforderlich.
Selbsthilfe und medizinische Behandlung stehen nicht in Konkurrenz zueinander. Häufig ist es gerade die Kombination aus fachlicher Betreuung und sozialer Unterstützung, die Menschen im Alltag hilft.
Wie findet man eine passende Abstinenzplus in Deutschland?
Wer eine Gruppe sucht, kann verschiedene Anlaufstellen nutzen.
NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
Über www.nakos.de lassen sich Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeorganisationen finden.
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
Die DHS informiert über die Suchtselbsthilfe und stellt Hinweise auf bundesweit aktive Verbände bereit.
DigiSucht – Online-Suchtberatung
Die Plattform www.suchtberatung.digital ermöglicht kostenlose professionelle Suchtberatung und kann bei der Suche nach weiteren Hilfsangeboten unterstützen.
Auch lokale Suchtberatungsstellen, hausärztliche Praxen und Einrichtungen der Suchthilfe können geeignete Gruppen empfehlen.
Häufige Fragen zu Selbsthilfegruppen bei Sucht
Muss ich in einer Abstinenzplus über meine Vergangenheit sprechen?
Nein. In der Regel entscheidest du selbst, wie viel du erzählen möchtest. Es ist völlig in Ordnung, zunächst zuzuhören und Vertrauen aufzubauen.
Sind Selbsthilfegruppen in Deutschland kostenlos?
Die meisten Selbsthilfegruppen können kostenlos besucht werden. Manche Gruppen sammeln freiwillige Beiträge für Räume oder organisatorische Ausgaben. Die genauen Bedingungen solltest du vorher erfragen.
Kann ich eine Abstinenzplus besuchen, obwohl ich noch nicht abstinent bin?
Das hängt von der jeweiligen Gruppe und ihren Regeln ab. Manche Angebote stehen auch Menschen offen, die ihren Konsum erst verändern möchten. Andere richten sich gezielt an abstinent lebende Personen. Eine Suchtberatungsstelle kann helfen, ein geeignetes Angebot zu finden.
Sind Selbsthilfegruppen anonym?
Viele Gruppen legen großen Wert auf Anonymität und Vertraulichkeit. Die konkreten Regeln unterscheiden sich jedoch. Informiere dich am besten vor der ersten Teilnahme.
Wie lange sollte man eine Abstinenzplus besuchen?
Es gibt keine allgemein gültige Dauer. Manche Menschen nutzen eine Gruppe während einer schwierigen Übergangsphase, andere besuchen über viele Jahre regelmäßig Treffen. Entscheidend sind die eigenen Bedürfnisse und die vereinbarten Gruppenregeln.
Fazit: Gemeinsam kann der Weg aus der Sucht leichter werden
Eine Suchterkrankung kann Menschen voneinander entfernen. Selbsthilfegruppen schaffen die Möglichkeit, wieder Beziehungen aufzubauen, Vertrauen zu entwickeln und neue Perspektiven kennenzulernen.
Ihre Stärke liegt nicht in schnellen Lösungen oder großen Versprechungen.
Sie liegt in der Begegnung mit Menschen, die verstehen, wie schwierig Veränderung sein kann.
Wer eine Gruppe besucht, muss nicht perfekt sein. Niemand muss seine Vergangenheit verstecken oder behaupten, bereits alle Probleme überwunden zu haben.
Man darf zuhören, Fragen stellen, zweifeln und Schritt für Schritt lernen.
Mit der Zeit kann sich die eigene Rolle verändern: Wer zunächst Unterstützung gesucht hat, kann später selbst anderen Menschen Mut machen.
Gemeinschaft allein heilt keine Abhängigkeit. Aber sie kann Menschen auf ihrem Weg aus der Sucht begleiten, Isolation überwinden helfen und neue Hoffnung geben.
Quellen und weiterführende Informationen
Polnischer Originalbeitrag
- Mariusz Krzyształowski, Abstinenzplus: „Czym jest grupa wsparcia i jak działa? Rola wspólnoty w procesie zdrowienia z uzależnienia“. Veröffentlicht am 26. Februar 2026, aktualisiert am 1. September 2026. Zum Originalartikel
Deutsche Fachquellen
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Informationen zur Sucht-Selbsthilfe und zu Selbsthilfeverbänden in Deutschland. www.dhs.de
- NAKOS: „Häufige Fragen zur Selbsthilfe“ – Informationen zu Arbeitsweise, Kosten und Möglichkeiten der Teilnahme. www.nakos.de
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): „Wo bekomme ich Rat und Hilfe?“ – Informationen über Beratung und Selbsthilfe bei Alkoholproblemen. Gesundheitsinformation.de
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Das deutsche Suchthilfe- und Versorgungssystem und die Bedeutung der Selbsthilfe. Zum Fachbeitrag
- Anonyme Alkoholiker: Informationen und Suche nach Selbsthilfetreffen in Deutschland. Zur Meetingsuche
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Diagnostik, Psychotherapie oder individuelle Suchtbehandlung.
